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Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft bringt Microsoft den digitalen Player samt zugehörigem Download-Dienst ZUNE MARKETPLACE auf den Markt. Allerdings vorerst nur in den USA.
Der Player selber ähnelt auf den ersten Blick vom Grunddesign dem berühmten Vorbild von Apple. Ein großer runder Knopf für die Bedienung und auch sonst sieht das Teil der Vorgängerversionen des iPod-Video ziemlich ähnlich. Nur das der Zune über ein größeres Display verfügt, dafür aber insgesamt etwas schwerer und größer ist. Kritiker und US-Medien werfen dem Player klobiges Ost-Block-Design vor, immerhin gibt es den Player neben den Farben Weiß und Schwarz auch in Schokobraun. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber bei Retro-Anhängern dürfte man damit allerdings schon punkten.
Weitere Pluspunkte kann sich der Zune bei seiner Kontaktfreude zu anderen Zunes verdienen. So können Besitzer des Medienplayers Songs und Fotos (allerdings noch keine Videos) über eine drahtlose Datenverbindung austauschen. Die Reichweite beträgt hierbei gut 10 Meter. Microsoft nennt diese Tauschmöglichkeit “social“ und versucht so wohl ein wenig vom Social-Web-Trend in das neue Gerät einfließen zu lassen. Allerdings hält das Soziale nur maximal drei Tage an, denn dann verschwinden die ausgetauschten Songs – die übrigens auch nur 3x abgespielt werden dürfen - und lediglich ein freundlicher Hinweis mit der Kaufoption bei ZUNE MARKETPLACE bleibt zurück. Um die Songs dann allerdings kaufen zu können, muss man wieder zurück an den heimischen PC.
Das zusätzlich integrierte UKW-Radio dürfte aber auch nicht ausreichen um die hervorstechenden Negativaspekte zu überspielen. Die findet man in den ersten Testberichten zu dem 30GB-Player u.a. bei der kürzeren Akku-Laufzeit zur Konkurrenz und der fehlenden Möglichkeit, Audiobooks und Podcasts abzuspielen.
Damit ist das Gerät für viele potentielle Nutzer schon einmal uninteressant geworden.
Noch problematischer bei der Einführung des Möchtegern-Konkurrenten zum iPod dürfte das Rechte-Management sein. So können nur die Titel aus dem eigenen Zune-Shop geladen und abgespielt werden. Bisherige Partner von Microsoft, die sich unter dem Titel „PlaysForShure“ auf ein Digitales Rechte Management geeinigt hatten, schauen hierbei wohl zukünftig in die Röhre. In Deutschland ist das u.a. das Download-Portal „Musicload.de“ von der Telekom, die sich so wohl auf neue Konkurrenz einstellen muss, sobald der Partner Microsoft den "Zune" in die deutschen Läden bringt. Das soll noch im Laufe des nächsten Jahres geschehen.
Zwar verspricht Konzernchef Steve Ballmer momentan, dass die bisherigen Standards von Microsoft noch weiterhin unterstützt werden. Wie lange das noch so sein wird, steht aber in den Sternen. So können sich bisherigen Microsoft-Partner im Music-Download-Bereich schon mal warm anziehen.
Zusätzlich bemängeln viele US-Zeitungen und Internetforen die komplizierte Preisstruktur des Zune-Marketplace. Während bei Apples iTunes-Store pro Lied in der Regel 99 Cent über die Kreditkarte abgebucht werden, bezahlt man bei Zune in einem Punktesystem. Da ist Kopfrechnen angesagt.
Zurzeit soll ein Song für 79 Punkte im Download zu erstehen sein. Hierzu werden Prepaid-Karten angeboten die für 20 Dollar 1600 Punkte enthalten, was einem Preis von 1,25 Cent pro Punkt ausmacht und so mit 99 Cent pro Song zu Buche schlägt. Es geht auch einfacher, aber 79 hört sich irgendwie günstiger an als 99.
Zur Zeit beherrscht Apple in den USA rund dreiviertel des Playermarktes und über iTunes werden rund 80 Prozent aller legalen Musikdownloads abgewickelt. Daran wird die Einführung des Zune laut Einschätzungen der Analysten wohl erst mal nicht viel ändern. Denn "Unterm Strich sind der iPod und iTunes noch immer die Champs", wie es Walt Mossberg im WALL STREET JOURNAL schreibt.
Noch ein Schmankerl zum Schluss: Der Begriff “Zune” ist im kanadischen Französisch ein Slangwort für das männliche Geschlechtsorgan und der hebräische Begriff zayen, der für heftiges zwischenmenschliches Kopulieren steht, wird angeblich ähnlich dem Zune ausgesprochen. Na, wenigstens etwas.
Zur offiziellen Zune-Seite
(Sieht irgenwie aus wie die iTunes-Seite nur in Schoko-Tönen)

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